Bergwaldprojekt

Das Bergwaldprojekt ist eine gemeinnützige Organisation, die sich dem Schutz, der Pflege und dem Erhalt von Wäldern und Kulturlandschaften im Berggebiet widmet. Seit der Gründung im Jahr 1987 engagieren sich Freiwillige in Arbeitseinsätzen für die nachhaltige Erhaltung des Bergwaldes und seiner Leistungen. Die Organisation ist politisch und konfessionell neutral und finanziert sich durch Beiträge von Gönner:innen, Spenden, Legate sowie Beiträge von Waldbesitzer:innen und Partnerorganisationen. Bis heute haben über 100 000 Freiwillige in Bergwäldern in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Spanien und Liechtenstein mitgewirkt.

Mission und Ziele

Der Bergwald geht uns alle an. Er schützt Menschen und Siedlungen vor Lawinen, Steinschlag und Hochwasser, liefert Holz, speichert CO₂, bewahrt Biodiversität und bietet Raum für Erholung. Die Anforderungen an den Bergwald werden auch in Zukunft weiter zunehmen. Doch der Klimawandel, zunehmende Extremereignisse und strukturelle Veränderungen im Berggebiet setzen ihn immer stärker unter Druck.

 

Mit den wachsenden Bedrohungen steigen auch die Anforderungen an die Pflege und Erhaltung des Bergwaldes. Diese Verantwortung kann die Forstwirtschaft allein nicht tragen: Die Waldpflege ist aufwendig und meist nicht kostendeckend. Steile Lagen, schwierige Erschliessung, überhöhte Wildtierbestände und tiefe Holzpreise machen die Bewirtschaftung vieler Schutzwälder unrentabel. Es braucht die Unterstützung der gesamten Gesellschaft – gemeinsames Handeln, Solidarität und persönliches Engagement.

 

Hier setzt das Bergwaldprojekt an. Freiwillige leisten im Bergwald praktische Arbeitseinsätze und unterstützen Forstbetriebe, Waldbesitzer:innen, Naturparks und Landwirt:innen. Unter fachlicher Anleitung führen sie Arbeiten durch, die ohne Mithilfe oft nicht realisierbar wären. Dabei erleben die Freiwilligen den Bergwald hautnah, lernen seine ökologische und gesellschaftliche Bedeutung kennen und entwickeln ein Bewusstsein dafür, was nachhaltige Bewirtschaftung bedeutet. So entsteht ökologische Verantwortung aus eigener Erfahrung – und ein Beitrag zum langfristigen Erhalt des Bergwaldes und seiner Leistungen. 

Entstehung und Meilensteine

Das Bergwaldprojekt wurde 1987 in der Schweiz ins Leben gerufen, zunächst unter dem Patronat von Greenpeace und ab 1988 auch des WWF. Hintergrund war die Waldsterbensdebatte, die auf die Schäden und Gefährdung der Bergwälder aufmerksam machte. Der erste Arbeitseinsatz fand in Malans (Graubünden) statt. 1990 wurde das Bergwaldprojekt eine eigenständige gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Trin GR. In den Folgejahren entstanden eigenständige Organisationen in Deutschland, Österreich und den spanischen Pyrenäen. 

Auch in der Schweiz hat das Bergwaldprojekt seine Tätigkeit stetig erweitert: Heute finden jährlich Einsätze an über 50 Standorten in der Schweiz, in Liechtenstein und im grenznahen Montafon (A) statt. Hinzu kamen neue Projekte mit Familien, mit Jugendlichen in Schulklassen und mit Mitarbeitenden in Firmen. Die Zahl der Freiwilligen wuchs kontinuierlich – 2009 waren es erstmals über 2’000 Teilnehmende pro Jahr, heute rund 3’000.

Für sein Engagement wurde das Bergwaldprojekt mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter der Binding-Preis für Natur- und Umweltschutz, der Prix Lignum, der Prix Benevol Luzern und Graubünden sowie der Schutzwaldpreis der ARGE Alpenländischer Forstvereine. Seit 2012 ist die Organisation zudem ZEWO-zertifiziert.