Bergwaldprojekt

 

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Disentis

07.10. - 13.10.2018 -> Anmelden

14.10. - 20.10.2018 -> Anmelden

Lage:

Kt. Graubünden

Unterkunft:

Einfache Forsthütte, 1990 m ü. M., zelten möglich.

 

Beschreibung Ort
Disentis GR wird in der dort gesprochenen Sprache Rätoromanisch «Mustér» genannt, was sich vom lateinischen Monasterium (Kloster) herleitet. Grund dafür ist das grosse, über 1300 jährige Benediktinerkloster, das unter einem Schutzwald gelegen, die Talschaft überragt. Durch das Kloster und das ihm angegliederte Gymnasium ist Disentis seit je her ein regionales Kultur- und Wirtschaftszentrum. Es ist aber auch ein Passdorf, an dem sich die Strassen zum Lukmanierpass in Richtung Tessin und zum Oberalppass in Richtung Andermatt und Wallis verzweigen.
In den letzten 50 Jahren hat sich in Disentis zudem ein kleiner Industriebetrieb angesiedelt und der Tourismus ist mittlerweile der wichtigste Wirtschaftsfaktor.

Beschreibung Wald und Kulturlandschaft
Im Talboden fliesst der junge Rhein durch die Auenwälder und das Gemeindegebiet reicht bis über 3000 Meter auf die Gletscher des Brunnifirns. Der Wald stockt in einem Mosaik aus land- und alpwirtschaftlich genutzten Flächen und wird immer wieder von Schluchten oder Seitentälern unterbrochen. Er besteht von Natur aus hauptsächlich aus Fichten. Wenige Weisstannen und an trockenen Orten die Waldföhre ergänzen das Bild. An der Waldgrenze in Richtung Süden gibt es Relikte von Arven. Einzelne Exemplare werden dort auf 800 Jahre geschätzt.
Das frühere Leben in der oberen Surselva auf rund 1200 m ü. M. war hart, die Lebensgrundlagen karg. Die Menschen waren zu einer angepassten Nutzung der Natur gezwungen, welche diese aber extrem stark beeinflusste und oft bis an die Grenze der Zerstörung belastete. Spuren dieser jahrhundertelangen Landnutzung finden sich in Wald und Alplandschaft noch heute. Infolge des Strukturwandels im Berggebiet wurden in den letzten Jahrzehnten viele Landwirtschaftsbetriebe und Alpen aufgegeben und die freien Flächen mit oft hoher Biodiversität wachsen ein.
Der Wald in Disentis dient zum grössten Teil als Schutzwald und muss entsprechend gepflegt werden. Dies ist inbesondere deshalb nötig, als dass er in den letzten Jahrzehnten immer wieder von Stürmen und Borkenkäferbefall heimgesucht wurde.

Idee, Ziel und Projektpartner
Die Sicherheit und Verfügbarkeit in Disentis sind im Dorf, in den umliegenden Weilern und auf den Verkehrsverbindungen im höchsten Grad vom Schutzwald abhängig. Die zunehmenden Ansprüche an den Schutz vor Naturgefahren durch Tourismus und die moderne Gesellschaft haben die Wälder um Disentis bislang gut erfüllen können, obwohl auch in der jüngsten Zeit Lawinen den Dorfrand erreichten oder das Dorf tageweise von der Aussenwelt abgeschnitten war.
Trotz Tourismus als wirtschaftlichem Standbein und trotz öffentlicher Beiträge an die Waldpflege können der Wald und die Landschaft Disentis durch die Eigentümer nicht kostendeckend gepflegt werden. Es werden oft nur die allernötigsten Arbeiten in den Wäldern mit direkter Schutzwirkung und die Landschaftspflege auf den maschinell bearbeitbaren Flächen ausgeführt.
Das Projekt hat zum Ziel, im Bereich der an der Waldgrenze vor Jahrzehnten gebauten Lawinenverbauungen Bäume zu pflanzen. Es hat sich gezeigt, dass der Standort waldfähig ist und dass hier nach und nach ein Wald entstehe kann, der die Schutzwirkung der Verbauungen in Zukunft übernehmen soll. Die Arbeiten geschehen in Absprache mit dem lokalen Forstdienst.

Forstliche Arbeiten
Die Hauptarbeit ist Pflanzen. Daneben werden Wildschutzzäune erstellt und ausgebessert.
Die forstlichen Arbeiten werden immer unter Anleitung von erfahrenen Projektleitenden und Gruppenleitenden durchgeführt. Eine situations- und wetterbedingte Anpassung der Arbeiten ist jederzeit möglich.

Unterkunft
Casa Lavineras, einfache gemütliche Forsthütte
1990 m.ü.M.
Matratzenlager
Ess- und Aufenthaltsraum
WC
Waschbecken, keine Dusche
kaltes fliessendes Wasser
kein Strom

Zelten möglich

Mitnehmen

  • feste, hohe Bergschuhe (über Knöchel) mit Profilsohle
  • Arbeitskleidung, Arbeitshandschuhe
  • Regenjacke, Regenhose, Gamaschen empfohlen
  • warme Kleidung!
  • warmer Schlafsack
  • Hausschuhe
  • Stirn- oder Taschenlampe
  • Sonnencrème, Sonnenbrille, Kopfbedeckung
  • Tagesrucksack, Taschenmesser, Trinkflasche, Thermosflasche empfohlen
  • persönliche Utensilien

Spezielles mitnehmen
Kopfkissen wenn gewünscht
evt. Fixleintuch/Bettlaken

Verpflegung
Frühstück und Abendessen in der Unterkunft, Mittagessen im Wald. Es gibt vollwertige Verpflegung basierend auf nachhaltigen Prinzipien (regional, saisonal, biologisch, wenig Fleisch).

Voraussetzungen

  • Gute körperliche Verfassung und Trittsicherheit. Die Arbeiten können in steilem Gelände stattfinden.
  • Pünktliches Erscheinen am Treffpunkt. Spätere Anreise oder frühere Abreise sind nicht möglich.
  • Den Anweisungen des Projektpersonals ist Folge zu leisten.
  • Versicherung ist Sache der Teilnehmenden.
  • Keine Hunde.
  • Während dem Einsatz werden Fotos gemacht, die möglicherweise in unseren Publikationen veröffentlicht werden. Bitte melde dich beim Projektleitenden, falls du damit nicht einverstanden bist.

An- und Abreise
Aus ökologischen Gründen bitte mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen oder Fahrgemeinschaften bilden. Es können keine Parkplätze zur Verfügung gestellt werden.

Treffpunkt (die Teilnahme ist nur möglich mit einer vorgängig bestätigten Anmeldung über das Bergwaldprojekt)
Sonntag, 16.11 Uhr, Bahnhof «Disentis/Mustér»

Abschluss
Samstag, 11 Uhr ab Treffpunkt

Abmeldung
Bei Verhinderung bitten wir um sofortige Abmeldung unter +41 (0)81 650 40 40 oder info@bergwaldprojekt.ch
Für Notfälle sind wir am Anreisetag erreichbar. Die entsprechende Telefonnummer findet ihr unter dem Link im Bestätigungsmail zur Anmeldung.

 

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