Bergwaldprojekt

 

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Anine Jamin

Dieses Jahr porträtieren wir forstliche Fachleute, die im Bergwaldprojekt sind. Anine Jamin studiert Umweltnaturwissenschaften in Zürich und hat sich im Alpprojekt Madris nun praktische Erfahrung angeeignet.

Anine Jamin

Jahrgang: 1993
Arbeit beim Bergwaldprojekt: Freiwillige auf der Alp Madris
Beruf: Studentin
Lieblingsbaum: alte, dicke, grosse Bäume
Freizeit: Velofahren, wandern, joggen, mit Freunden etwas unternehmen.


Anine, wie bist du auf das Bergwaldprojekt gestossen?
Ich wollte diesen Sommer auf einer Alp arbeiten und habe mich umgesehen, wo das möglich wäre. Bei diesen Recherchen bin ich auf das Bergwaldprojekt gestossen, von dem ich bereits früher gehört hatte.

Wieso hast dich für einen dreiwöchigen Einsatz auf Madris entschieden?
Mich hat die Kombination von Alpbetrieb und arbeiten im Bergwald angesprochen. Das ist für mich spannend, weil auch der Wald dabei ist, mit dem ich mich während des Studiums auch befasse. Und dieser Einsatz ist keine derart einsame Sache, wie ich mir einen reinen Alpsommer vorstelle. Hier sind immer andere Freiwillige da, und das Team kommt noch dazu.

Was machst du denn auf Madris?
Einerseits arbeite ich mit den Geissen, die müssen am Morgen rausgelassen werden und am Abend dann wieder in die Nachtweide gesperrt werden. Seit wenigen Tagen sind sie jetzt auf der Alp oben, da gilt es immer hoch und runter zu laufen. Die Geisen sollten einen festen Tagesrhythmus haben. Im Wald haben wir bisher eine Schlagräumung zur Durchforstung gemacht und bauen jetzt einen Weg zu den Weiden. Alle Arbeiten sind mit viel Laufen verbunden, und es geht ausnahmslos steil hoch und steil runter.

Welche Arbeit hat dir am besten gefallen?
Das Zäunen. Das war ein Wechsel von Gehen und Arbeiten auf der Alp. Aber auch der Umzug der Geissen von hier unten auf die Alp hoch war sehr interessant. Ich habe noch nie mit Geissen gearbeitet und finde sie tolle Tiere mit ganz eigenem Charakter.

Was sind für dich die Herausforderungen in diesem Projekt?
Ich sitze sonst im Vorlesungssaal. Den ganzen Tag draussen auf den Beinen zu sein und körperlich zu arbeiten, das ist streng. Da musste ich mich erst dran gewöhnen, aber ich mach das sehr gerne. Bin immer schon gerne draussen und in den Bergen gewesen.

Wie ist das Leben in einem kleinen Team, so eng aufeinander?
Eigentlich harmonieren wir als Gruppe gut. Es kommt wohl auch auf die Zusammensetzung des Teams an. Bei uns funktioniert das gut. Wenn jemand mal etwas Ruhe braucht, dann kann er oder sie sich am Abend auch etwas zurückziehen. Es sind ja nur drei Wochen.

Ist der Wald auf Madris speziell?
Ich finde die Mischung aus Schutzwald und Weidewald spannend. Das findet man im Mittelland nicht so häufig. Ich sehe nun wie das funktioniert, und dass hier besser Lärche wachsen sollte statt Fichte, damit das Weideland aufkommen kann.

Wie ist die Zusammenarbeit mit der lokalen Bauernfamilie?
Wir Freiwilligen haben sehr oft mit der Familie Patzen zu tun. Einmal in der Woche dürfen wir bei ihnen essen, sie haben uns ihren Hof gezeigt, kommen immer wieder vorbei und erzählen viel von ihrem Leben hier oben. Das sind tolle und interessante Begegnungen. Sie sind die einzigen, die das ganze Jahr über hier in diesem Hochtal leben.

Könntest du dir vorstellen so zu leben?
Einen Sommer lang durchaus. Diese drei Wochen waren ein guter Einblick in das Leben an einem solchen Ort. Noch immer würde ich gerne einen Sommer auf einer Alp verbringen, nach diesen drei Wochen auf Madris umso mehr.

Was bringt dich an deine Grenzen?
Nach einem ganzen Tag zäunen und immer im steilen Hang stehen, da haben mir schon die Füsse weh getan. Und auch das erste Mal, als 130 Geissen auf mich zugerannt kamen, das war schon ein einschneidendes Erlebnis.

Was war ist dir wichtiger hier oben, der Wald oder die Tiere?
Der Kontakt zu den Tieren bringt immer wieder aufregende Momente, ihr Verhalten ist nicht wirklich planbar, was ich sehr abenteuerlich finde. Aber eigentlich gefällt mir einfach das draussen sein und die Natur erleben.

16. August 2017

 

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