Bergwaldprojekt

 

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Gepflegter Wald widersteht dem Sturm

Schutzwald oberhalb von Curaglia nach Vivian
Zerstörter Schutzwald oberhalb von Curaglia nach Vivian. SRF/CORSIN FLEPP

Schutzwald von Curaglia Ende Februar 2015
Schutzwald von Curaglia Ende Februar 2015, exakt 25 Jahre
nach Vivian. SRF/CORSIN FLEPP

Am 3. Januar 2018 zieht der Sturm Burglind über die Schweiz. Im Vorfeld des Sturms werden Vergleiche mit den Stürmen Vivian und Lothar laut, so etwa bei SRF Meteo. Der Hang oberhalb von Curaglia, wo das Bergwaldprojekt 27 Jahre lang mit Freiwilligen am Wiederaufbau des Schutzwaldes tätig war, wird 1990 ganz abrasiert. Der Unterschied zu damals: Der Wald ist heute gepflegt und die Öffentlichkeit sensibilisiert. Die Gemeinden sind sich der Wichtigkeit des Schutzes durch den Bergwald bewusst, und sie lassen sich auch durch die Freiwilligen des Bergwaldprojektes bei der Pflege dieses wichtigen Ökosystems unterstützen.

Der schweisstreibende Einsatz der Freiwilligen zahlt sich aus, das zeigt sich insbesondere an Tagen wie dem 3. Januar. Die Schutzwälder halten den Böen stand. Und so werden wir uns weiterhin für die Bergwälder einsetzen. In Curaglia, das immer wieder als Vorzeigedorf für einen verlässlichen Schutz durch den Bergwald herangezogen wird, ist der Einsatz des Bergwaldprojektes nun in eine neue Phase getreten. Der Hang über dem Dorf sieht wieder gut aus, er braucht nicht mehr soviel Einsatz wie in den letzten Jahrzehnten. Doch nun sollen auch weitere Flächen gepflegt werden. Das Bergwaldprojekt wird vor Ort in einem Folgeprojekt weiterhin mit seinen Freiwilligen arbeiten. Genauere Angaben dazu sowie Anmeldemöglichkeiten sind ab Februar auf dieser Seite zu finden.

Der Klimawandel, der für Wetterkapriolen verantwortlich gemacht wird, mittlerweile auch von Experten, hat auch Auswirkungen auf die Schutzwälder selber. Mehrere Hauptbaumarten haben Mühe, an ihren Standorten weiter zu bestehen und sich zu vermehren. Trockenheit und Wärme sorgen dafür, dass sich die Zusammensetzung der Bergwälder in den kommenden Jahren verändern wird. Manche Studien sagen voraus, dass die Fichte als Hauptbaumart durch andere Arten abgelöst werden wird. Dadurch wird in den kommenden Jahrzehnten – der Bergwald ist ein langsam wachsendes und reagierendes Ökosystem – eine neue Herausforderung auf jene Menschen zukommen, welche die Bergwälder pflegen. Es wird sich zeigen, welche Aufgaben auf uns und unsere Freiwilligen zukommen.

 

04. Januar 2018