Bergwaldprojekt

 

Schweiz Suisse Switzerland Deutschland Österreich Catalunya    

 

 

Schweiz > News

 

 

 

Der Wald leidet

Der Wald leidet

Anfang der 80er Jahre war das Waldsterben ein omnipräsentes Thema in der Öffentlichkeit. Jeder und jede wurde zum Handeln aufgerufen. Zeitungen, Radio- und TV-News waren gespickt mit dem Thema, jeder wollte aktiv werden. In jenen Zeiten ist auch das Bergwaldprojekt gegründet worden. Doch wie geht es dem Wald jetzt, 35 Jahre später? Damit haben sich Klaus von Wilpert und Stefan Meining vom Büro für Umweltüberwachung in ihrer Studie befasst.

Kontrolliert wird der Zustand des Waldes seit Beginn der 1980er Jahre anhand von Nadel- oder Blattverlust der Bäume und der Vergilbung. Diese Anzeichen geben neben einer umfangreichen Differentialdiagnose aktuelle Informationen über den Waldzustand. Veränderungen im Erscheinungsbild zeigen unter anderem, wie es den Bäumen geht. Fazit dieser Kontrollen: dem Wald geht es derzeit schlechter als vor 30 Jahren. Einerseits stellten die Forscher bei Buche und Fichte einen ansteigenden Trend der Nadel-/Blattverluste fest. Andererseits nimmt der Schädigungsgrad der Baumkronen bei beiden Baumarten signifikant zu. Doch dies wohl aus anderen Gründen als noch in den 80er Jahren.

Die Umweltfaktoren, die den Wald schädigen, haben sich gewandelt. Statt der in den 80er Jahren herrschenden Luftverschmutzung sind es jetzt klimabedingte Belastungen, die den Wald beeinträchtigen. Hohe Frühjahrstemperaturen, eine längere Vegetationszeit und milde Winter sowie die Zunahme von Witterungsextremen und Sturmereignissen führen zu erhöhten Schäden in den Wäldern. Zudem macht die warm-trockene Witterung die Bäume anfälliger für den Borkenkäfer und blattfressende Insekten.

Deshalb ist es heute wichtiger denn je, die Widerstandsfähigkeit der Wälder weiter zu stärken, betonen die beiden Autoren. Naturnahe Waldbewirtschaftung, der Aufbau von naturnahen Mischwäldern, eine standortgerechte Baumartenwahl und integrierter Waldschutz sind jetzt gefragt. Alles Massnahmen, die das Bergwaldprojekt mit seinen Freiwilligen leistet. Und so wie sich die Situation präsentiert, immer intensiver und noch über viele weitere Jahre leisten wird. Helfen auch Sie mit, nehmen Sie an einer unserer Projektwochen teil.

 

10. August 2016