Bergwaldprojekt

 

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Vielsprachiger Einsatz bei Präz

Vielsprachiger Einsatz bei Präz

Auf der Alp Nova arbeiteten Asylsuchende und Freiwillige zwei Wochen lang quasi Hand in Hand.

Sie kommen aus Deutschland, Afganistan, der Schweiz, Sri Lanka oder Eritrea. Gemeinsam packen sie auf den Alpweiden oberhalb von Präz am Heinzenberg an. Erlen, Wachholder, Berberitzen, Heidelbeeren und Heidekraut werden hier entfernt, liegende Bäume entastet und zersägt. Das bringt die Biodiversität zurück in diese Kulturlandschaft. Die Männer schneiden, witzeln und führen bei bester Laune ihre Arbeiten aus. Die Frauen werfen das Geschnittene auf grosse Haufen, auch hier herrscht Lachen vor.
Das Pilotprojekt mit Asylsuchenden und Freiwilligen ist eine gelungene Sache, alle stürzen sich voller Elan in die strenge Arbeit in der Kulturlandschaft. Die Verständigung unter den Teilnehmern findet oft auch mit Hand und Fuss statt, selbst die Asylsuchenden sprechen meist ganz unterschiedliche Sprachen. Dies zeigt sich dann auch am Abend, die Teilnehmer und die Projektbegleiter übernachten in der Turnhalle im Schulhaus Präz, wo sie auch ihr Frühstück und Abendessen zu sich nehmen. Aber die Stimmung ist sehr gut, Lebensgeschichten werden ausgetauscht und das Verständnis für die vielen verschiedenen Lebenssituationen wächst. Die Geschichten der Reisen der Asylsuchenden sind meist tragisch, genau wir ihr derzeitiges Gestrandet-Sein. Keine einfache Situation.
Gerade in diesem Umfeld wächst aber mit so einer Projektwoche das Verständnis für die Landschaft in der Schweiz, in der sie nun alle Leben. Den Asylbewerbern wird in dieser Woche bewusst, wie viel getan werden muss, um die Landschaft ihres derzeitigen Aufenthaltslandes zu erhalten. Und dass sie da auch einen Beitrag dazu leisten können, das gefällt ihnen. Wenn auch der eine oder andere meint, so anstrengende Arbeit könnte er nicht das ganze Jahr über verrichten, «mein Rücken würde das nicht mitmachen». Froh sind die Männer und Frauen, dass sie endlich einmal arbeiten dürfen. Denn das bleibt ihnen sonst versagt, und die Tage werden enorm lang und unstrukturiert so. Da geniessen sie, dass hier beim Projekteinsatz klare zeitliche Vorgaben gegeben sind, die Aufgaben sind genauso fix und sie werden zur Zufriedenheit von Bauern und Bergwaldprojekt-Verantwortlichen erledigt.

Medienbericht:
Wo die Kulturen Hand in Hand arbeiten, Bündner Tagblatt, 24.09.2016

 

 

06. September 2016